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Schlagwörter: Mann mit dem Hammer, Wettkampf, Wettkampfbericht
- Dieses Thema hat 5 Antworten sowie 3 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 1 Monat, 2 Wochen von
Lotta van der Straat aktualisiert.
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20. Juli 2026 um 12:20 Uhr #2661
Michael Knop
Team MemberHallo Zusammen,
am Samstag bin ich beim Möhnesee Triathlon gestartet.
Für alle, die nicht wissen, was oder wo der Möhnesee ist: Der Möhnesee ist der größte Stausee im Sauerland und liegt ca. 45 km östlich von Dortmund.
Bei diesem Triathlon werden verschiedene Distanzen angeboten: Volks-/Sprintdistanz, Olympisch und der Grand Prix.
Das Schwimmen findet im Möhnesee statt und es wird ein Dreieck geschwommen, welches nicht mit Bojen sondern mit Tretbooten abgesteckt ist (ich durfte an 2 Drachen, einem Schwan und einem Flamingo vorbei).
Die Fahrradstrecke geht auf komplett für den Autoverkehr gesperrten Runden an dem See entlang und in die angrenzenden Wälder. Eine Runde hat ca. 22,5 km und ca. 220 Höhenmeter. Der Asphalt ist durchweg als gut bis sehr gut zu bezeichnen, es gibt faktisch kein Schlagloch. Die Höhenmeter teilen sich auf 2 Hauptanstiege in der ersten Hälfte einer Runde auf, mit jeweils ca. 2,5 km Länge und knapp 100 Höhenmetern je Anstieg.
Es gibt eine Versorgungsstation auf der Runde.
Das Laufen findet auf einer knapp 5 km langen Runde statt, die je nach Disziplin bis zu 3 mal gelaufen werden muss. Hierbei gibt es einen knackigen Anstieg mit ca. 15 Höhenmetern, der Rest ist super flach. Es gibt 2 Versorgungsstationen je Runde.Ich hatte mich mit 2 Freunden für die Grand-Prix Disziplin angemeldet, offiziell 2 km Schwimmen, 70 km Radeln und 15 km Laufen. In der Realität waren es am Ende 2,1 km im Wasser, 66 auf dem Rad und 14,3 beim Laufen.
Die Orga ist prima, kurze Wege vom Parkplatz zur Anmeldung und Wechselzone und auch zum Schwimmen. Die Preise empfinde ich als in Ordnung, ich habe für dieses Jahr 115 Euro bezahlt, im kommenden Jahr kostet der Grand Prix 125€ (zzgl. Tageslizenz, wenn kein Pass vorhanden) und die Olympische liegt bei 80 €.Startzeit war um 12.30 Uhr ,so dass ich entspannt ausschlafen konnte und mich gegen 9 Uhr auf den Weg gemacht habe, Startunterlagen geholt, Rad eingecheckt und direkt die Info bekommen, dass der See 21,3 Grad hat und ich mit Neo schwimmen darf. Dazu 23 Grad Außentemperatur und bewölkt, also eigentlich top Bedingungen für meine Generalprobe (in 7 Wochen steht meine erste 70.3 Distanz in Belgien an)…..aber auch nur eigentlich, denn es war recht windig mit Böen bis zu 45/ 50 km/h.
12.30 los geht die Hatz im Wasser mit einem Massenstart (150 angemeldete Starter beim Grand Prix). Erstmal den Rhythmus finden, auf dem ersten Drittel der Strecke merke ich, wie unruhig das Wasser ist, aber es stört nicht, da ich mit den Wellen schwimme. Auch das 2. Drittel geht vorbei, es zieht sich aber ein wenig mehr. Dann gehts um das vom Ziel am weitesten entfernte Eck und die Wellen treffen mich auf dem Rückweg wie ein Schlag, Rhythmus weg, Wasser regelmäßig geschluckt, unruhige Lage, es ist zäh. Ich muss öfter hochschauen, um meine Richtung zu korrigieren und habe das Gefühl ich komme überhaupt nicht vorwärts. Die Uhr sagt 1500 m in 34:40, ok eine 2:18 auf 100 ist nicht überragend aber völlig in Ordnung für mich im Freiwasser . Die letzten 600 m werden aber zum Kampf. Zwischendurch will ich Brustschwimmen und da machen die Hamstrings dicht…“top“ denke ich und Wechsel ins Rückenschwimmen, um die Oberschenkelmuskulatur zu entlasten. Das Ganze mache ich mehrmals. Nebenbei taucht neben mir ein DLRG Kanu auf und ich denke mehr als einmal daran einfach aufzuhören und mit dem Kanu mitzufahren. Nach kräftezehrenden 50:40 Minuten steig ich aus dem Wasser und habe sowas von keinen Bock mehr.
Ab aufs Rad, Ziel war ein Schnitt oberhalb von 28,5 km/h bei ca. 170 Watt normalised. Die ersten beiden Runden laufen auch ungefähr in dem Bereich, Verpflegung klappt, Trinken klappt, nur mein Puls ist die gesamte Zeit über meinen normalen Werten aus den (Koppel)-Trainingseinheiten. In der 3. Runde merke ich, dass es in dem Tempo nicht mehr geht und nehm raus. Am Ende sind es 27,3 km/h mit gerade einmal 152 Watt normalised.
T 2- schnell die Laufschuhe an, 2 Gels in die Rückentasche und los gehts. Ich merke, dass meine angepeilte Geschwindigkeit auch hier nicht geht und nehme direkt raus, nach 3 km merke ich sehr schnell, dass wirklich nicht viel geht. Es meldet sich das Teufelchen auf der rechten Schulter, dass mir oft zuruft, dass ich einfach aufhören könnte, dass heute nicht mein Tag ist und ich doch jetzt viel besser im Zielbereich ein Radler und ein Stück Kuchen zu mir nehmen könnte. Einer meiner Kumpels geht bei km 5 raus und hört auf, der andere ist ungefähr 25 Minuten vor mir. Bei km 7 noch ein Gel genommen, mir ist etwas flau im Magen – den „Blummenfelt“ muss ich Gottseidank nicht machen. Dann an jeder Trinkstation Wasser zum Kühlen und etwas trinken – Meine Schultern und Rücken schmerzen- das nervt! Und bis km 10 denke ich die ganze Zeit, dass ich diesen sch… nie wieder mache. Dann denke ich aber, dass ein DNF irgendwie auch Kacke aussieht und es jetzt ja nur noch knapp 5 km sind und die noch irgendwie zu schaffen sein werden….also ins Ziel geschleppt und eher getrabt als gelaufen- aber gefinished.
Am Ende waren es 1:27 h für den Lauf, den ich eigentlich in einer 1:15 h bis 1:18 h laufen wollte.
Meine Gesamtzeit liegt bei 4:48 h – mein längster Wettkampf ever und trotz der physischen Belastung beim Schwimmen und der mentalen die ganze Zeit, war es eine gute Generalprobe mit vielen Downs, die mir für meine erste 70.3 Distanz helfen werden. War ich bei meinen letzten Wettkämpfen im Ziel nie völlig kaputt und am Ende, weiß ich nun, was es heißt, wenn Du den Mann mit dem Hammer schon bei der ersten Disziplin treffen darfst.Ach ja: Gemeldet für den Möhnesee Triathlon 2027, dann auf der olympischen Distanz und sorry für den langen Bericht.
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21. Juli 2026 um 14:58 Uhr #2662
Fabian Englich
Team MemberUhh, das scheint das Wochenende der harten Wettkämpfe gewesen zu sein. Ich bin am Sonntag bei ner OD gestartet und habe genauso wie Du gelitten. Nachdem es letztes Jahr gut lief und ich mich eigentlich verbessern wollte…
Die gleichen negativen Gedanken wie Dir gingen mir auch durch den Kopf. Sehr gut, dass Du dich durchgekämpft hast! -
22. Juli 2026 um 8:12 Uhr #2663
Michael Knop
Team MemberIch habe bei Strava gesehen, dass du in Tübingen am Start warst. Und ich bin genauso wie du an meinem Rad in T1 vorbeigelaufen….gibt da sogar ein Video von 🤣🤣. Die nächsten Wettkämpfe können nur besser werden 👍💪
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23. Juli 2026 um 11:55 Uhr #2671
Lotta van der Straat
AdministratorHey Michael,
erst einmal Glückwunsch zum Finish und dass du Dich durchgekämpft hast. Sehr stark!
Auch wenn Du nicht zufrieden bist: Du kannst sicher aus diesem WK lernen und in Zukunft machen vielleicht besser machen.
Ein paar Fragen hätte ich, die Dir vielleicht helfen, das Rennen besser einzuordnen:1. Hast Du am Vortag Stress gehabt?
2. Hattest Du vorab genug getrunken?
3. Für meine Verhältnisse ist mittags eine späte Startzeit. Hast Du sowas im Koppeltraining auch schon mal gemacht?
4. Hast du ein Stimmungsbild von anderen TN, wie sie es beim Schwimmen fanden? Evtl. gab es ja Wellengang, den man von außen nicht sieht. Und bist Du in der Lage auf beide Seiten zu atmen? Das hilft oft in solchen Situationen.
5. Woher kamen Deine zeitlichen Erwartungen? Hast Du die Werte aus dem Training übernommen? Falls ja, könnte es wirklich ein „schlechter Tag“ gewesen sein. Sowas kommt vor.Alles in allem tut es mir leid, dass du diese Erfahrungen machen musstest, finde aber, dass du letzten Endes doch gut mit der ganzen Situation umgegangen bist. Vor allem wünsche ich dir viel Spaß für deinen 70.3 und bis gespannt, was Du dann berichtest!
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23. Juli 2026 um 13:03 Uhr #2674
Michael Knop
Team MemberHey Lotta,
lieben Dank für die Antwort. Hier noch die Ergänzungen zu Deinen Fragen:
1. Nein, aber natürlich habe ich wie immer schlecht geschlafen vor einem Wettkampf
2. Ja die Tage vorher habe ich viel getrunken, auch am morgen noch, mit Carboloading hatte 3 Tage vorher begonnen
3. Mein Koppeltraining findet zu 90 % früh morgens statt (der Familie geschuldet). Bei meiner „Generalprobe“ 2 Wochen vorm Wettkampf bin ich morgens um 6 mit einem Kumpel 60 km mit 650 HM bei 191 Watt normalised gut gefahren und danach 7 km in einer 4:57 gelaufen und da hat sich das Laufen noch sehr entspannt angefühlt.
4. Jo, das ging nicht nur mir so, sondern viele haben nicht die Schwimmzeiten erreicht, die sie erreichen wollten. Ich bin auch im Nachgang bei den vielen Pausen und den Änderungen in meinem System/Schwimmstil, mit der eigentlichen Zeit nicht unzufrieden, sondern eher überrascht, wie viel Energie mich das gekostet hat für die nachfolgenden Disziplinen und wie kaputt ich mich schon beim schwimmen gefühlt habe. Und nach rechts atmen mache ich eigentlich nur bei Technikübungen im Schwimmbad, wenn ich auf eine 3er Atmung umstelle, sonst bin ich immer bei einer 2er.
5. Zeitliche Erwartung: Bin die Radstrecke vorab Probe gefahren (ca. 2 Monate vorher) und habe dort recht locker andere Wattwerte und Geschwindigkeit halten können. Meine Laufwerte sind in diesem Jahr auf einem für mich guten Level. Und bei einer möglichen Zielzeit hatte ich von den einzelnen Werten schon Puffer ( z.B. 70-75% FTP beim Rad, 35 Sekunden plus auf meine Laktatschwelle beim Laufen) eingeplant.
vor jedem Wettkampf stelle ich für mich immer ein Bronze-, Silber- und Goldziel auf, denn ich denke, dass nur eine Zielvorgabe schnell demotivieren kann, wenn ich diese nicht erreiche. Am Ende des Tages fehlten mir auf mein „Goldziel“ auch nur 18 Minuten , aufs Bronzeziel 3 Minuten und daher kann ich mit der Zeit sogar leben. Es war eben nur eine neue Erfahrung zu sehen, wie mein Körper und mein Geist reagiert, wenn es körperlich mal nicht rund läuft und richtig anstrengend wird. Und ich denke, dass mir das auch für den 70.3 helfen kann. -
23. Juli 2026 um 18:13 Uhr #2678
Lotta van der Straat
AdministratorHey Michael,
super, dass du das alles so akribisch geplant und vorbereitet hast. Das klingt für mich zumindest durchweg vernünftig. Die Idee mit Bronze-, Silber- und Goldziel finde ich auch genial. Ich könnte mir vorstellen, dass das Schwimmen im Freiwasser einfach generell etwas zu ungewohnt war und in Kombination mit der späteren Startzeit im Vergleich zu deinem sonstigen Training manches durcheinander gebracht hat.
Vielleicht kannst du ja im Laufe der nächsten Saison deine Schwimmstils noch soweit verbessern/mehr Routine reinbringen, sodass es dich nicht mehr so viel Energie kostet. Besonders schnell muss man ja nicht sein, aber es sollte eben die weiteren Disziplinen nicht stark beeinträchtigen. 😉Wie du sagst, war dieser Wettkampf ja trotzdem eine gute Erfahrung für den kommenden 70.3 🙂
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