Ironman 70.3 Kraichgau 2026

Foren Wettkampfberichte Ironman 70.3 Kraichgau 2026

  • Dieses Thema hat 2 Antworten sowie 3 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 2 Tagen, 19 Stunden von Yannick De Santis aktualisiert.
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    • #2489
      Johanna Büchler-Fuchs
      Team Member

        Am 31.05.26 war es soweit: Nachdem sich im Juli letztes Jahr die Idee, das Triathlontraining aufzunehmen verfestigt und ich ab September mit dem strukturierten Training begonnen hatte, war meine erste Mitteldistanz wirklich ein großer Brocken für mich. Die „Testläufe“ Sprint in Höchstadt und OD in Weiden liefen eigentlich ganz okay, trotzdem war mein Selbstbewusstsein ein bisschen angekratzt. Das Training in den Alltag als alleinerziehende Mutter mit drei Kids und Vollzeitjob zu bringen, hat mir irgendwann alles abverlangt und nicht selten habe ich gedacht „Ich gehöre nicht an diese Startlinie.“ Pünktlich 12 Tage vorm Start hatte ich die erste Erkältung überhaupt seit 3 Jahren… bin eigentlich echt fast nie krank… Ob ich würde starten können war unklar, habe das Training schweren Herzens natürlich pausiert und war aber Gott sei Dank am Donnerstag vorm Start wieder symptomfrei. Habe bisschen Vorbelastung gemacht und das hat sich gut angefühlt. Ziel war: überhaupt durchkommen.
        Der Hauptspot des Ironman 70.3 Kraichgau ist in Bad Schönborn Mingolsheim, hier registriert man sich auch. Wer am Freitag früh da ist, bekommt niedrigere Startnummern, das kann ein paar Wege in der Wechselzone ein wenig kürzer machen. Wie relevant das allerdings ist… kann ich nicht einschätzen. Auf jeden Fall ist es besser sich freitags zu registrierten, am Samstag ist der komplette Umkreis total überfüllt und so wird es auch schwierig, Parkmöglichkeiten zu finden. Die Anreise mit den Öffentlichen ist aufgrund der Ortsgrößen sicherlich etwas schwierig. Hier sollte man am Samstag, wenn die Beutel abgegeben werden, Zeit und Nerven mitbringen.
        Schwimmen:
        Geschwommen wird eine Runde im Hardtsee, das Wasser war außergewöhnlich warm mit über 23 Grad, die Age Grouper durften aber noch mit Neo schwimmen. Obwohl ich schon befürchtet habe, dass es mir viel zu warm werden könnte, bin ich das Risiko eingegangen und habe ihn angezogen. Die Atmosphäre beim Schwimmstart war richtig gut, obwohl ich eigentlich nicht so der Typ für diese Aktionen „So jetzt alle mal Hände hoch“ pipapo bin… hat es mich doch ziemlich gekriegt und ich hatte schon die erste Gänsehaut des Tages. Da es ein Rolling Start vom Ufer aus war, bin ich viel besser zurecht gekommen als beim Massenstart vor 3 Wochen. Trotzdem hat sich natürlich alles etwas geballt, so richtig in den Flow bin ich nicht gekommen, aber das Schwimmen hat trotzdem Spaß gemacht. Mit rund 43 min war ich auch zufrieden, ich hatte längst nicht alles gegeben, um nicht zu viel Energie liegen zu lassen, ich wusste nicht wie der Tag noch werden würde.
        Rad: Mir war bei der Anmeldung nur so halb klar, was man dem Kraichgau nachsagt, Land der 1000 Hügel und so. Da ich im Spessart wohne, habe ich mich hier also mindestens einmal die Woche die Hügel raufgekurbelt. Vor den angeblich technischen Abfahrten hatte ich trotzdem Angst. Super Profi mäßig habe ich die Radstrecke nicht vorher inspiziert.🙈Ich hatte die Kids mit dabei und die hatten auch deutlich andere Pläne. Naja. Ich hatte schon Bedenken, ich fahre ja auch erst seit rund 9 Monaten Rennrad (oder überhaupt mal wieder längere Strecken Rad). Gefahren wird eine Runde mit ca 860 Höhenmetern. Aber es lief wirklich gut, die Anstiege waren gar kein Problem, die Abfahrten für meine Begriffe harmlos. Ich habe aber irgendwie geschafft, einen Squeezi mit drei Gels drin zu verlieren. Super schlau. Also hab ich die Sachen aus den Verpflegungsstationen gegessen, die mir Gott sei Dank halbwegs bekommen sind, aber ich vermute die Rechnung ist am Ende nicht aufgegangen. Gut, dass ich auch das Rad eher ruhig angegangen bin und nicht auf Teufel komm raus auf die Tube gedrückt habe.
        Laufen:
        Hier habe ich nämlich schnell gemerkt: nach 3km kam ein dickes Loch. Ich wollte ungefähr ne 6:00er Pace laufen, dachte damit müsste ich easy durchkommen. Naja. Eher nicht.😂Es müssen drei Runden gelaufen werden. Es hat kurz und heftig geregnet, dann wurde es wieder warm, der Lauf hatte nochmal 120hm und ich habe mich schnell gefühlt wie in der Dampfsauna. Verballert wie ich war, habe ich auch ein Jelly zu wenig gegessen. Dachte ich hätte vier gegessen und es waren aber nur drei. Zählen wurde also irgendwann wohl auch schwierig. 🙈Der Support an der Laufstrecke war unglaublich toll. Total liebe Menschen, die mich so aufgebaut haben, dass ich echt mehrfach fast schon in Tränen ausgebrochen wäre. Ein älterer Herr sagte bei km 19, also als das Leiden schon echt groß war: „Johanna, du schaffst es, wir sind bei dir“ so ganz ruhig und da war’s vorbei, da hab ich schon vorm Ziel geweint. In diesen Zielkanal abzubiegen war das tollste Gefühl überhaupt, all diese Selbstzweifel sind von mir abgefallen und ich wusste einfach nur, dass mein Kopf wieder mal stärker war als alles andere. 7:02:57 ist sicher keine gloriose Zeit, aber für mich ist sie ein mega Ergebnis und ich bin unfassbar krass stolz, es überhaupt geschafft zu haben. So wie dieser Halbmarathon gelaufen ist, hätte das auch anders ausgehen können, aber ich glaube ich war gut vorbereitet, so gut es eben mit dem Erfahrungsschatz ging. Ich bin auch jeden Fall total angefixt und will auf jeden Fall nächstes Jahr wieder eine Mitteldistanz machen, wenn auch nicht im Kraichgau. Dorthin will ich aber auf jeden Fall in Zukunft nochmal zurückkehren, denn es war ein mega gut organisiertes Rennen mit einer tollen Stimmung an der Laufstrecke.
        Die Zielverpflegung war richtig üppig, es gab sogar Suppe mit vegetarischen Maultaschen (Ländle halt…). Nur dass die Duschen ausschließlich kalt waren, war nicht so der Burner. Die Wechselbeutel aus der Wechselzone 1 sowie die Streetwear Beutel waren uns hinterher gefahren worden, sodass man alles schnell beisammen hatte. Alles in allem: klare Empfehlung von mir und ich komme irgendwann wieder. Mit mehr Erfahrung und mehr Kohlenhydraten im Gepäck, die ich dann hoffentlich nicht verliere oder vergesse zu essen.😂😂😂 Glückwunsch auch an Yannick aus dem Team zum Finish!!!

      • #2493
        Schorsch
        Moderator

          Hey Johanna,
          herzlichen Glückwunsch zum Finish 🥳🙌 Mega gute Leistung und wenn man bedenkt, dass du fast nicht starten konntest doch auch ein bomben Ergebnis. ☺️ Am meisten freut mich, dass es für dich ganz viel Gänsehaut gab. Das ist einfach ein unglaublich tolles Gefühl und die ganze Mühe wert. Hoffe, du hast dich im Nachgang gut verpflegt und bist schon wieder fit.
          Vielen Dank auch für den Rennbericht. Was die Verkehrssituation angeht, kann ich deine Erfahrungen nur bestätigen. Ist halt keine Großstadt dort. 😅 Aber mit etwas Planung geht das auch echt gut.
          Beste Grüße
          Schorsch

        • #2505
          Yannick De Santis
          Team Member

            Jetzt komm ich auch endlich mal zum berichten…
            Aber zuerst: herzlichen Glückwunsch zum Finish, Johanna! Sau stark, wie du dich trotz der Widrigkeiten durchgebissen hast und es freut mich zu hören, dass du dann auch im Ziel deine Gänsehaut-Momente hattest ☺️ genau aus diesem Gründen schindet man sich ja so im Vorfeld.

            Stimme dir absolut zu, dass es sich lohnt bereits freitags die Startunterlagen abzuholen. Ob mir die relativ „niedrige“ Startnummer in den Wechselzonen groß geholfen hat, sei mal dahin gestellt. Es macht aber den Samstag deutlich entspannter, wenn man „nur“ Wettkampfbesprechung und Bike Check-In sowie Wechselbeutelabgabe vor sich hat.
            Positiv fand ich, dass die Wechselbeutel, zumindest gefühlt, größer waren als in Frankfurt.
            Negativ muss ich aber anmerken, dass der Bereich vor der Bühne für die Wettkampfbesprechung eher suboptimal war. Wenig Schatten und viel zu wenig Sitzplätze für die Menge an AthletInnen. Und die Merch-Preise von Ironman sind mittlerweile wirklich fernab jeglicher Realität. Und die Parkplatz-Situation am Samstag und Sonntag war echt schwierig. War Sonntag zum Glück sehr früh da für den Shuttle und habe noch einen Platz bei Lidl bekommen, aber da war schon um kurz vor 6 fast alles voll.
            Der Bike Check-In in Ubstadt-Weiher lief super einfach, das Parkplatzmanagement ist aber ausbaufähig. In Frankfurt gibt es am Waldsee extra Einweiser, die im Blick haben, dass sich die Autos gleichmäßig verteilen und alle Lücken gut genutzt werden – im Kraichgau war man da auf sich allein gestellt.

            Zum Renntag selbst:
            Fand das Schwimmen, auch im Neo, sehr angenehm. Habe auch endlich mal ein wenig die Waschmaschine vermeiden können, allerdings hat man gemerkt, dass sich sehr viele, vor allem First Timer, beim Schwimmen viel zu weit vorne in den Startgruppen einsortiert haben. Habe etliche Leute im Wasser eingeholt und bin wahrlich kein guter Schwimmer.
            Die Radstrecke startet erstmal super flach und schnell, da hat man es richtig gut laufen lassen können. Aber spätestens beim ersten harten Anstieg, war irgendwo KM 12-15, merkt man dann, dass die Radstrecke sehr ehrlich ist. Angegeben wird die Strecke mit 860hm, Garmin hat mir jedoch knapp über 1000 angegeben.
            Gehöre auch eher zu den Menschen, die die Abfahrten konservativer nehmen. Vielleicht fehlt mir da ein wenig die Bike Kontrolle oder es ist der Kopf, aber bei gut 60kmh in der Abfahrt geh ich lieber auf Nummer sicher 😂😂 habe nichts davon, wenn ich und das Bike kaputt sind.
            Das ständige Auf und Ab, verbunden mit der schwülen Hitze, hat mich ziemlich Energie gekostet und ich habe dann schon auf dem Rad gemerkt, dass ich den Halbmarathon nicht wie gehofft um die 4:20er Pace laufen kann.
            Leider ist die WZ2 auch ein ziemlicher Acker gewesen – da musste man teilweise ziemlich aufpassen, dass man nicht in irgendein Loch tritt. Dazu auch noch in der prallen Sonne, was den Wechsel auch nicht angenehmer macht.
            Die Laufstrecke fand ich eigentlich ziemlich angenehm, die Stimmung an der Strecke war echt super stark. Habe mich dann ganz gut auf die 4:30er Pace eingependelt und mit dem Regenguss auf der letzten Runde, der eine angenehme Abkühlung gebracht hat, nochmal ein wenig gedrückt. Tank war dann aber ziemlich leer. Ich bin mit der 5:08 soweit zufrieden und kann mir nichts vorwerfen, auf einer flacheren Radstrecke hätte ich aber vermutlich die Sub5 geschafft.
            Die Nachziel-Verpflegung war echt gut, auch die Abholung der weißen Beutel in der Halle war gut organisiert.
            Muss aber ebenfalls die Sache mit den Duschen kritisieren. Der „Wasserstrahl“ war ein Rinnsaal und das Wasser war einfach nur kalt.
            Auch der Bike Check Out ist verbesserungsfähig. Entlang des Feldweges zurück Richtung Eventgelände gab es eine riesige Schlange – ich bin dann aus der WZ einfach rechts Richtung Laufstrecke abgebogen und dort parallel zur Strecke zurück gelaufen, das ging deutlich schneller.

            Grundsätzlich ein schönes Rennen, das Kraichgau hat auch einfach richtig Bock auf Triathlon. Die Orga drumherum könnte aus meiner Sicht an manchen Ecken besser sein – evtl geht es ob der Umstände aber auch nicht viel besser.
            Hab für nächstes Jahr mal Erkner auf dem Schirm, mal sehen, wie es da ist 😉

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