Foren › Wettkampfberichte › Ironman 70.3 Belgien/Knokke-Heist
- Dieses Thema hat 4 Antworten sowie 3 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 4 Tagen, 18 Stunden von
Michael Knop aktualisiert.
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11. September 2026 um 13:13 Uhr #2855
Michael Knop
Team MemberHallo zusammen,
am 06.09. durfte ich bei meiner ersten Mitteldistanz starten. Mein bester Kumpel und ich hatten uns für die erste MD den 70.3 Belgien/Knokke ausgesucht, da die Strecke flach ist, das Schwimmen nicht im Meer sondern einem Kanal stattfindet und der Termin uns sehr gelegen kam.
Freitags angereist und Startnummern abgeholt, zusätzlich für eine meiner Töchter noch ein Support-Crew Shirt gekauft. Von der Messe waren wir eher enttäuscht. Es gab nur wenige Stände und die Ironman-Merch-Sachen sind einfach mal preislich voll übertrieben.
Das besondere an Knokke ist, dass die Wechselzonen ca. 15 km voneinander entfernt sind. Du schwimmst im Kanal in Sluis/Holland und läufst an der Küste an der Strandpromenade von Knokke-Heist. Das bringt so einige logistische Herausforderungen mit sich, ist aber zu machen, da es auch einen Shuttle Service zum einchecken und am Renntag für Athleten und Zuschauer gibt. Vom Ziel zur T2 zurück sind es ca. 2 km.
Wir haben am Rennmorgen auf einen Shuttle verzichtet und uns ein Taxi von unserer Unterkunft gebucht. Das ging prima und war sehr entspannt.
Die Wettervorhersage war super – mit morgens 19 Grad und nachmittags 23 Grad bei minimaler Bewölkung und verhältnismäßig wenig Wind.
Um kurz nach 7 in T1 gewesen und die letzten Dinge am Rad gecheckt, Flaschen angebracht und Gels verstaut. Um 8.20 Uhr ging es mit den schnellsten Schwimmern los. Bis wir um kurz vor 10 ins Wasser konnten hat es sich aber schon gezogen. Zum Glück hatten wir eine Bank zum Sitzen und mussten nicht die ganze Zeit stehen.
Schwimmen: Im Kanal einmal hin und wieder zurück, durch den Rolling-Start viel angenehmer als ein Massenstart und echt entspannt. Das Schwimmen lief auch gut, habe einen lockeren Rhythmus gefunden und bin gemäß meiner Herzfrequenz sehr entspannt geschwommen. Nach 40 Minuten war der Spaß vorbei, über eine kleine Brücke und ab zum Fahrrad. Die Wechselzone ist recht lang. Das Wasser im Kanal ist sehr trüb und mit Gras und Algen durchzogen, das muss man mögen…
Radeln: Ich bin mit meinem Kumpel gemeinsam auf die Radstrecke. Die Strecke ist ein großer Rundkurs durch Holland und Belgien, der Belag ist zu 80% gut und zu 20% verbesserungswürdig, Die gesamte Strecke ist superflach, nur der Wind kann unlustig werden, aber wie schon geschrieben hatten wir da Glück. Mein Ziel war es in ca. 3 h mit dem Radeln fertig zu sein. Die ersten 60 km gingen auch genau auf, 30,5 km/h bei 158 Watt, Puls im guten Bereich. In meinen Gedanken war ich schon beim Lauf und hab mir ausgerechnet, wie schnell ich sein kann/muss, um unter 6 h zu bleiben. Zu der Zeit war ich ca. 6 Minuten vor meinem Kumpel.
Dann aus dem Nichts Magenkrämpfe, ich musste jetzt oft aus der Aero-Position raus und aufrechter sitzen, habe versucht mich zu entspannen. Es half aber nicht und so bin ich dann mit verringerter Leistung Richtung T2. Das Schöne war, dass mein Kumpel mich einholte und wir gemeinsam in T2 gefahren sind – gemeinsamer Wechsel, ein paar Worte geschnackt und dann gemeinsam auf die Laufstrecke
3:02 h für die Radstrecke war aber noch ok und ich hoffte, dass sich die Magenschmerzen beim Laufen auflösen würden.
Laufen: Die Strecke ist ein Rundkurs mit 3 Runden, an der Strandpromenade rauf und runter. Die Supporter können einen also 6 mal sehen und anfeuern. Es geht jede Runde durch einen kleinen Park mit einer kleinen gemeinen Steigung, sonst ist der Kurs brettflach.
Die Magenkrämpfe lösten sich nicht auf und bin ich für meine Verhältnisse die ersten 5 km schon konservativ mit einer 5:35 angelaufen. Es wurde durch die dann stärker werdenden Schmerzen nicht mehr besser. Habe jede Verpflegungsstation mitgenommen (fast immer im Gehen) und mir war dann zum Ende der ersten Runde schon klar, dass es nur noch darum ging anzukommen und die Zeit irrelevant war. Am Ende waren es 2:16 h (6:27 je km)für den HM – aber gefinished.Verpflegung: Während des Radelns 3 Stationen bei ca. km 26, 53 und 76, beim Laufen alle 2 km mit allem was man braucht, und nicht nur süßen Dingen sondern auch Salzbrezeln, Tucs, etc. Da es schon recht warm war, waren auch Duschen zum drunter herlaufen aufgestellt und du konntest dich ordentlich abkühlen. Die Zielverpflegung war auf dem Niveau vom Allgäu-Triathlon (also echt gut). Es gab ein sehr großes Pasta-Büffet, ein Salatbüffet, Pizza, Sandwiches, Süßigkeiten, Belgische Waffeln mit Eis und neben den normalen Getränken auch einen Stand mit belgischem Bier.
Volunteers: Die Helfer waren uns gegenüber durchweg super freundlich und nett, echt gut und danke dafür.
Stimmung: Der Schwimmbereich ist sehr gut besucht. Die Radstrecke ist eher schlechter besucht, in einigen Dörfern gab es wenige Stimmungsnester, die Laufstrecke ist sehr gut besucht, aber da hätte die Stimmung wirklich besser sein können.
Mein Fazit direkt nach dem Rennen (und da ging es mir nicht gut): „Mache ich nie wieder“ – Meine Frau war auch echt sauer, dass ich mit den Schmerzen durchgezogen habe und mich nicht geschont habe.
Mein Fazit mit 5 Tagen Abstand: “ Ok du kennst den wahrscheinlichen Grund der Magenkrämpfe (auf dem Rad zu viel Zucker, viel zu wenig reines Wasser getrunken, lange in Aeroposition), daran lässt sich arbeiten. Aber gefinished und auch kaum Muskelkater gehabt. Der Körper hat es also gut verkraftet. Also warum nicht noch einmal einen 70.3 – Vielleicht nicht 2027 aber spätestens 2028 dann und dann auch gerne unter 6 h.“
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12. September 2026 um 18:24 Uhr #2864
Lotta van der Straat
ForenverwalterHey Michael,
erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner ersten Mitteldistanz. Die ist meistens ein Überraschungsei. Da kann so viel passieren… Aber ich finde es super, dass du durchgezogen hast. Gerade so Geschichten wie Magenkrämpfe sind zwar ärgerlich, aber davon sollte man sich meines Erachtens nie abhalten lassen (eher von Sachen wie Muskelzerrung, Sturz o.ä.).
Hattest du die Aeroposition im Training geübt? Und wie war deine VerpflegungsStrategie im Allgemeinen?Freut mich, dass der Wettkampf so gut organisiert war. Das mit dem Ironman Merch ist eigentlich bei allen deren Veranstaltungen so. Dafür hast du aber immerhin ein Rennen mit guter Ziel Verpflegung abbekommen. Das ist viel wert.
Ich glaub, ich gucke mir diesen Wettkampf auch mal an. 😉
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16. September 2026 um 21:54 Uhr #2872
Fabian Englich
Team MemberIst ab nächstes Jahr nur leider kein 70.3 mehr, sondern ein voller Ironman
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17. September 2026 um 7:44 Uhr #2873
Lotta van der Straat
ForenverwalterHabs auch gerade gelesen: https://www.ironman.com/races/im703-knokke-heist.
Interessante Entwicklung…
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17. September 2026 um 12:29 Uhr #2874
Michael Knop
Team MemberNaja vielleicht bieten Sie ja doch noch die 70.3 an. Dieses Jahr war Samstags der 5150 und Sonntags die 70.3.
Und Lotta zu deinen Fragen:
Verpflegungsstrategie hatte ich vorher mehrmals getestet, auch die Produkte, ich habe nur einfach zu wenig reines Wasser getrunken und habe aufgrund einer Entzündung im Fuß in der Woche vor dem Rennen noch Ibu genommen, das scheint meinen Magen „etwas“ belastet zu haben. Und zur Aero-Position: ich bin im Rennen von den ersten 60 km bestimmt 45 km in Aero gefahren- teilweise auch sehr lange ohne an die Hoods zu gehen. In meinem Training im Pott und südlichen Münsterland geht das aufgrund der Straßen- und Verkehrsverhältnisse gar nicht so, da du immer mal wieder an Kreuzungen oder Hindernissen aus der Position raus gehst. Ich war auch zu Faul die Rolle Indoor aufzubauen und dort über Stunden die Aero-Position zu testen.
Aber bekanntlich ist ja nach dem Wettkampf vor dem Wettkampf und so habe ich für mich entschieden in 2028 noch einmal eine 70.3 Distanz zu machen, im kommenden Jahr werde ich wieder mehr auf der Olympischen unterwegs sein und für September 2027 habe ich mich in Ratingen zu einer „krummen Distanz“ über 1,2/60/15 km angemeldet.
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