Ein Trainingslager ist für viele Triathleten ein Highlight in der Vorbereitung auf die eigenen Wettkämpfe.
Viele von uns pilgern im Frühjahr in Richtung Süden, schrubben dort ordentlich Radkilometer und kehren mit einem Leistungsschub zurück ins (meist) kalte Deutschland.
Und weil diese Form des Urlaubs nicht nur eine sportliche, sondern auch eine soziale Komponente hat, haben wir uns im Racing Team entschieden, 2026 das erste große Team-Camp zu veranstalten.
Denn die meiste Zeit des Jahres treffen sich unsere Mitglieder fast ausschließlich online und nur hin und wieder persönlich bei Wettkämpfen.
So haben wir (Lotta & Schorsch) uns auf die Suche nach einem passenden Ort mit der richtigen Unterkunft gemacht, Hotels angeschrieben und Ortschaften mit dem Rad erkundet. Gelandet sind wir, nah an der Heimat des Triathlons, im schönen Beilngries im Altmühltal.
Zugegebenermaßen nicht auf einer warmen Mittelmeerinsel, dafür aber einen Katzensprung entfernt von der Radstrecke des Challenge Roth, die wir uns selbstverständlich gemeinsam begutachtet haben.
Das Trainingsprogramm im Team-Camp 2026
Die 4 Tage vom 14. bis zum 17. Mai waren dann prall gefüllt mit Trainingseinheiten:
Gestartet sind wir am Donnerstag jedoch erst einmal mit einem entspannten Get-together, um uns alle besser kennenzulernen. Allerdings war nach ca. 10 Minuten klar, dass wir darauf auf jeden Fall hätten verzichten können. Denn länger hat es nicht gebraucht, bis alle in ein Gespräch rund um den Triathlon vertieft waren.
Die besten Voraussetzungen also, um in die erste Laufeinheit – aka Erkundungstour durch den Ort – zu starten.
Natürlich durfte ein ordentliches Lauf-ABC (wohlgemerkt am Main-Donau-Kanal – fast wie in Roth) nicht fehlen.
Nach getaner Arbeit waren wir im Anschluss alle gespannt, was die Küche als Drei-Gänge-Menü präsentieren würde bzw. ob die Portionen für das geplante Trainingspensum ausreichen würden.
Aber jegliche Zweifel waren absolut unbegründet. Sowohl das Frühstücksbüffet, als auch das Abendessen haben niemanden hungrig zurückgelassen und so konnten wir entspannt die nächsten Tage angehen.
Tag zwei begann für alle Freiwilligen mit einem frühen Lauf und einem gemeinsamen Frühstück.
Was das Wetter anging, war das an diesem Tag wenig, wie man es auf einer Mittelmeerinsel erwarten würde. Aber das hielt niemanden aus dem Team davon ab, bei 13 Grad Wassertemperatur im nahegelegenen See das Freiwassertraining zu absolvieren.
Da zeigte sich mal wieder, was gute Stimmung in einer Gruppe doch alles leisten kann.
Nach dem Mittagessen und einer kleinen Ruhepause ging es zum nächsten wichtigen Tagesordnungspunkt, der Multikoppeleinheit.
Wir richteten am Ortsrad eine Wechselzone ein und hatten eine vordefinierte Lauf- und Radstrecke markiert. Gestartet wurde natürlich gemeinsam, aber dann konnte jeder selbst entscheiden, ob er 3, 4 oder 5 Durchgänge absolvieren wollte.
Der große Vorteil dabei: Jeder konnte auf seinem Niveau trainieren an die eigenen Leistungsgrenzen gehen. Zum Ausgleich für den aktiven Tag gab es hinterher wieder Essen en masse. Außerdem wurden noch ein paar Vorbereitungen an den Rädern getroffen, da an Tag 3 die große Ausfahrt zum Rothsee anstand.
Am Samstag ging es also nach dem Frühstück in zwei Gruppen in Richtung Greding und von dort aus über Teile der Strecke vom Challenge Roth erst nach Hilpolstein und schließlich an den Rothsee. Trotz unterschiedlicher Distanzen trafen sich beide Gruppen fast zeitgleich beim Bäcker Schmidt wieder, was uns glücklicherweise ein gemeinsames Mittagessen bescherte. Kleiner Bonus dabei war, dass es genau zu dieser Zeit das einzige Mal an diesem Tag regnete.
Gestärkt und aufgewärmt schauten wir uns noch kurz beim Kick-Off-Event vom Challenge am Rothsee um. Dort wurde dann noch schnell das eine oder andere Kleidungsstück gekauft. Stirnbänder und Handschuhe standen hoch im Kurs!
Der Rückweg führte über etwas andere Wege und erfolgte wieder in zwei unterschiedlichen Gruppen. Zurück am Hotel hatte der Großteil aber noch nicht genug. Denn vielen fehlten nur noch ein paar Kilometer, um das erste Mal eine Tour mit 100 km (oder mehr) zu beenden. Also wurde die Radeinheit kurzerhand verlängert, sodass beim Abendessen viele zufrieden auf ihren ersten 100er zurückblicken konnten.
Bevor es dann am nächsten Tag für alle auf die Heimreise ging, machten wir noch einen Ausflug in das örtliche, neu sanierte Freibad. Selbstverständlich mit 50-m-Bahn. Das Schwimmtraining fand bei strahlendem Sonnenschein, allerdings wegen der kühlen Temperaturen für die meisten im Neoprenanzug statt. Außer uns war nur ein einziger Gast da – überraschenderweise auch ein Triathlet.
Wir spulten nach und nach Lottas Schwimmplan ab, übten den Massenstart und wanderten nach ca. 2 Stunden wieder gemeinsam zurück ans Hotel. Wie alle im Anschluss das Chaos in ihren Zimmern beseitigen konnten und pünktlich zum Check-Out gepackt hatten, müssen wir noch einmal klären.
Was aber bei der Verabschiedung unmissverständlich klar wurde, war der Umstand, dass es auch 2027 ein Team-Camp geben muss. Und wir sind uns alle sicher, dass die zweite Auflage noch besser werden wird.
Gespannte Erwartung
Vor fünf Jahren startete ich mit dem Triathlonsport. Lotta und Schorsch waren von Anfang an dabei, zunächst mit dem Leitfaden „Der kleine Triathlon Einstiegs Guide“.
Über E-Mail blieben wir locker in Kontakt. Das „Saison Kickoff 2025“ und die „Racingteammitgliedschaft“ später, beim Team-Camp war es dann so weit und ich lernte Lotta und Schorsch persönlich kennen.
Seit diesem Wochenende weiß ich, dass der persönliche Kontakt zu ihnen mir einen ganz andere Möglichkeit eröffnete, Triathlon zu erleben.
Mit gemischten Erwartungen
- Kann ich mit den anderen mithalten?
- wie sind die anderen Teammitglieder drauf?
- reicht mein Equipment?
fuhr ich am Donnerstag los.
Bei der Ankunft im Hotel in Beilngries in der Nähe des Triathlonmekkas Roth verflogen meine Bedenken sofort.
Offenheit und freundliche Zugewandtheit der Teilnehmer*innen von Anfang an, die gemeinsam gewählte Sportart und Lottas & Schorschs perfekte Vorbereitungen gepaart mit dem nötigen Wetterglück waren an diesen 4 Tagen der Garant für mehr Triathlon-Spirit.
Ob Freiwasser-, Koppel-, Rad- oder Schwimmtraining. Die Einheiten brachten mich persönlich meinem Sport näher. Dabei waren die Teilnehmer*innen und Teamchefs immer zugewandt, freundlich und tolerant.
Der Fokus lag nicht auf, wer kann „höher, schneller, weiter“, sondern wie kann ich mich persönlich im Triathlon weiterentwickeln und wie kann ich meine Erfahrungen den anderen Teilnehmer*innen weitergeben, damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss.
Verpflegung und Unterkunft passten sehr gut zu unserem anspruchsvollen und erfüllenden Training.
Insgesamt steht für mich fest, dass ich beim nächsten Team-Camp dabei sein möchte.
Für meine drei Triathlons diese Saison fühle ich mich seit Roth nicht nur besser motiviert, sondern auch von meiner Fitness stärker als vorher.
Danke an alle Teilnehmer*innen und besonders an Lotta und Schorsch für dieses wunderbare lange Team-Camp.
Christof Krügermann (Teilnehmer)
Ein paar Einblicke














